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Donnerstag, 1. November 2012

Assoziation 2012 : Schwäche


 "Die größte Schwäche ist zu fürchten, schwach zu erscheinen."
 Jacques Bénigne Bossuet

Schwäche ist ein Begriff, zu dem ich mir sehr oft Gedanken mache. Eigentlich denke ich immer, dass ich gut zu meinen Schwächen stehen kann. Es gibt eben Dinge, die ich nicht kann, na und? Vielleicht habe ich da ein Problem mit meiner Selbstwahrnehmung!? Denn was mich  wahnsinnig macht, ist Schwäche bei Anderen. Nicht, dass jemand mal nicht so kann, wie er will. Sondern die Schwäche, die zur Lebenseinstellung geworden ist. Ich kann sie nicht ertragen, diese an sich und dem Leben leidenden Menschen, die das wie auf einem Schild vor sich her tragen: "Schau her, ich bin arm dran, ich bin hilflos, bemitleide mich!". Ich möchte sie packen und schütteln und anschreien: "Mach doch! Tu was! Es ist dein Leben! Hör auf zu nerven!". Da ich das nicht kann, meide ich den Kontakt, gehe aus dem Weg. Und stoße auf Unverständnis, dass ich kein Mitleid habe, kein Verständnis, keine Toleranz. Weil sie ja alle ein Schicksal haben, einen Grund, warum sie so sind. Nett sind sie auch alle, furchtbar nett sogar. Aber mir nimmt es die Luft, als würden sie unsichtbar meine Energie, meine Lebenskraft anzapfen. Damit ich so werde, wie sie - schwach!
Ein wenig fürchte ich mich davor, das hier zu schreiben. Aber es ist mir wichtiger authentisch zu sein, als nett! Also dann :-)
Assoziation 2012 ist eine Idee von Kirstin von der Krümelmonster AG. Mehr zum Thema Schwäche findet ihr hier.

Kommentare:

  1. ja, es ist schon ein wenig hart, was du hier schreibst. aber ich kann dich gut verstehen. weil ich auch so war (und manchmal noch bin). nicht wie du, sondern wie die jammerer ...
    und du hast recht, solche leute sind furchtbar anstrengend! anstrengend ist es aber auch für mich, nicht mehr so zu sein, mein leid, das eigentlich gar keines ist, nicht zur schau zu stellen. und siehe da, mit jedem tag, den ich nicht jammere, wird meine stimmung fast von selbst besser, begegnen mir leute offener und freundlicher.
    also vielleicht, wenn du die kraft hast und es die menschen wert sind, sie nicht meiden, sondern darauf ansprechen und zum nach- und umdenken anregen ...
    liebe grüße und keine angst vor ehrlichkeit, das macht dich aus und es ist gut so!
    susi

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  2. Ich finde es gut, dass du so ehrlich bist. Mir geht es da manchmal ähnlich wie dir, allerdings sage ich dann auch schon mal, dass es vom permanenten Jammern nicht besser wird. Gerade die Tage habe ich jemandem gesagt, dass wenn er nur jammert (es ging um die berufliche Situation) aber sich noch nicht einmal nach etwas anderem umschaut sein Leidensdruck ja noch gar nicht so groß sein kann :-) Er schaute mich erst mit großen Augen an, überlegte kurz und gab mir dann Recht :-) Aber es gibt auch Menschen da mache ich mir ehrlich gesagt nicht die Mühe sie darauf hinzuweisen, einfach weil ich ihnen nicht so nahe stehe. Ich halte mich dann auch fern von ihnen so gut es geht, denn diese Menschen sind wahre Energieräuber.
    Lieben Gruß
    Sabine

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  3. Daumen hoch für Deinen Post und Deine Ehrlichkeit! Schwäche zeigen können ist eines, sich darauf ausruhen etwas anderes. Sowas kann ich auch nicht gut ab. Aber ich weiss von mir selbst, dass es ein langer Lernprozess ist.
    Liebe Grüße, Christine

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