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Freitag, 30. November 2012

Das Wesen aus einer anderen Galaxie



Jacke "Anholt" von Annette Danielsen

 Oder - wem soll diese Jacke passen? Jacke? Nicht mal als solche zu erkennen im Moment, aber ich stricke tapfer weiter! Der Rüssel ist ein Ärmel, da kommt demnächst noch ein zweiter dazu. 20 Reihen glatt rechts, immer wieder; und immer wieder sind sie in einem Bruchteil der Zeit in einer Falte verschwunden. Aber ich bleibe eisern, nehme Maschen auf, die laut Erklärung mal ein Kragen werden sollen, im Moment nur wie weitere Alienauswüchse aussehen. Kette andere ab, alles so wie es da steht. Und verschwende (ich schwöre!) keinen einzigen Gedanken an den Moment in weiter Ferne, an dem ich dieses Wollgebilde, das sich dann wirklich als Jacke entpuppen wird, in die Waschmaschine werfe und absichtlich all das mit ihm tun werde, was man auf gar keinen Fall tun soll! Nur manchmal, in sehr schwachen Momenten, habe ich schon das Gefühl im Magen, das ich haben werde, wenn ich die Waschmaschinentür wieder öffne. Komisch, oder? Ganz ohne Gedanken! Muss wohl ein Virus sein!

Samstag, 17. November 2012

Ängste eines Junkies

Wenn man erst am Donnerstag Abend bemerkt, dass die seit 15 Jahren abonnierte, weltbeste, für den täglichen Suchtstoff Fernsehen essentielle Programmzeitung nicht da ist. Schock! Leichte Panik - ich kann mich nicht vorbereiten, fühle mich unvollkommen. Samstag geht ja noch, da läuft selten was. Aber am Sonntag - welcher Tatort kommt und was gibt es noch aufzunehmen!? Welcher Film ist Tagestipp? ich vertraue dieser Zeitung seit so langer Zeit, dass sie quasi ein Teil von mir geworden ist. Ja, ich weiß alles, was Ihr vielleicht sagen werdet! Aber dies ist kein logisches, sondern ein absolut emotionales Problem.
Der Anruf am Freitag beim Aboservice ergibt - die Zeitung wäre erst am Mittwoch da - definitiv zu spät! Also einigen wir uns auf eine Gutschrift und ich besorge mir mein Exemplar am Kiosk.
Heute Morgen war dann die Welt wieder in Ordnung, Herr WollTraum brachte mir die vorletzte TV-Movie und wie schon vermutet, heute Abend läuft nix :-)

 
Da kann ich mich dann prima meinem zweiten Suchtstoff widmen und ein wenig an den Weihnachtsgeschenken stricken. Ziemlich Geduld gekostet hat mich in den letzten Tagen die "Nobel Art" Wolle! Auch das Heart-shaped Tuch war furchtbar und wurde aufgezogen, genauso wie ein weiterer Versuch. Jetzt endlich habe ich das einzig wahre Muster gefunden: es wird ein Wellenbaktus:


Ich wünsche Euch ein wundervolles Wochenende und dass alles, was Ihr dafür braucht auch da ist! So, wie jetzt bei mir :-)

Montag, 12. November 2012

Rückschläge

Nein, nichts wirklich Bedenkliches! Aber warum kann ich nicht einfach eine Mütze stricken, waschen und gut!? Gestrickt habe ich, dann gewaschen - in der Waschmaschine bei 30 Grad, weil man das mit der Wolle kann. Und heraus kam das:


Ja sicher, ist jetzt nicht die Katastrophe. Aber sowas nervt mich! Außerdem ist sie ganz schön groß geworden nach dem Waschen. Herr WollTraum meint, das trägt man jetzt so.
Sorgenfall Nummer 2 ist die "Nobel Art" Wolle von Zitron. Ich wollte ein Musterstück für den Laden stricken und brüte schon sehr lange darüber, was man mit diesen kurzen Farbverläufen am Besten macht. Alles, was ich im Internet gesehen habe, gefällt mir nicht wirklich. Zum Teil gehäkelt und einfach sehr unruhig.
Den ersten Versuch, einen Cowl mit Linksrippen, ähnlich der Wurm-Mütze habe ich dann gestern wieder aufgetrennt. Jetzt stricke ich ein "Heart-shaped" Tuch in kraus rechts. Für mein Empfinden ist die Wolle eigentlich zu dick dafür, aber zum Anfassen und Anschauen reicht es. Ich muss es ja nicht anziehen!


Die Wolle an sich ist wundervoll! Sehr kuschelig, sehr leicht, sehr voluminös. Und die Farben sind dann einfach Geschmackssache - wie so Vieles!

Donnerstag, 8. November 2012

Ein Wurm

Kalt ist es draußen! Und ich habe keine gescheite Mütze! Das fällt mir immer dann ein, wenn ich die Tür aufmache, um irgendwohin zu gehen. Die Mütze vom letzten Jahr ist zwar toll, hat aber doch nicht so wirklich meine Farben. Also gibt es heuer einen "Wurm". Und ich stelle fest, dass das Lesen von Wiener Blogs meine Sprachgewohnheiten verändert. "Heuer" hätte früher bei mir "dieses Jahr" geheißen - wie langweilig!
Dank euch Mädels für die Bereicherung!


Anleitung: "Wurm" von Katharina Nopp
Wolle: "Ecco" von Atelier Zitron
Nadeln: Stärke 3,5 und 4,0

Übrigens bin ich seeehr froh über das amerikanische Wahlergebnis!

Dienstag, 6. November 2012

Es ist mal wieder soweit!


Immer wenn die Amerikaner wählen gehen, wird es mir ganz flau im Magen! Ich habe da so meine Probleme mit den Kandidaten der Republikaner der letzten Jahre. Leider kam diesmal keine schwangere Tochter, oder sonstige Affäre des Kontrahenten von Obama ans Licht. Und auch die heimlich gefilmte Wahlveranstaltung mit den Snob-Sprüchen von Mitt Romney scheint den Amerikanern nicht so peinlich zu sein. Also werde ich mal wieder hoffen, dass (aus meiner Sicht) alles gut wird! Oder zumindest nicht ganz so schlimm, denn wer will bei Politikern schon vom "Guten" sprechen!

Sonntag, 4. November 2012

Ganz schön platt...

... sind wir heute früh um kurz vor eins zurückgekommen. Schön war´s! Interessant war´s! Unterhaltsam auch, nur leider nicht erfolgreich für den BVB. Naja, wenigstens unentschieden, ich bin ja nicht undankbar. Was ich allerdings wieder feststellen durfte - ich bin spießig und deutsch! Wenn ich im 1.Klasse Ruhezonenabteil sitze, an dessen Tür dieses Wort deutlich geschrieben steht, und für Analphabeten noch durch ein "Psst!" Symbol ergänzt wird ... habe ich völliges Unverständnis für lustige Menschen im (Ruhezonen-)Abteil neben mir, die Ballermann-Proll-Musik hören und dabei klatschen und grölen. Geschickterweise hörten sie immer genau dann damit auf, wenn der genervte Schaffner vorbeirannte. Leider bin ich aber auch feige und habe mich nicht getraut im BVB-Trikot nach nebenan zu gehen und rumzunörgeln. Wir saßen nämlich dummerweise in einem Zug nach Stuttgart - das war also eventuell Gegenfans da drüben! Also bin ich sitzen geblieben und habe mich geärgert. Und frage mich, was diese ständige Konfrontation mit Menschen, die in meinen Augen sehr egozentrisch durchs Leben gehen, mir sagen soll.
Den Rest der Fahrt durfte ich dann übrigens einem russischen "Ey-Alder" Gespräch zwischen zwei Typen lauschen. Sehr tiefgründig übrigens, angefangen davon, dass man auch unter Psychopharmaka noch voll die "Geschäfte" machen kann, über die Beziehung zum Haustier und dass es nur deswegen macht, was es will, weil es wie ein Kumpel behandelt wird, bis hin zu Arrestzellen, in denen man einfach von der Straße weggesperrt wird und festgebunden, bis man wieder nüchtern ist. Jaha, da habe ich aber mal was für´s Leben gelernt!
Ach und dann hätte ich ja beinahe noch den Rentner in der U-Bahn in Dortmund vergessen, der sich laut darüber beschwerte, dass die Leute in der Bahn ja immer so spät aufstehen, wenn sie aussteigen wollen. Und ihn dann, wenn er vor der Tür steht und einsteigen will anmotzen, dass er sie erst aussteigen lassen soll. In diesem Moment hielt der Wagen an unserer Station, wir standen auf (so, dass wir nicht durch den Wagen fielen - hatten auch nur zwei Schritte bis zur Tür) und er rief: "Siehst du - genau so!". Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, was ich ihm noch Nettes gesagt habe...
Jedenfalls fühle ich mich gerade Meilen vom Erlöst sein und der grenzenlosen Liebe für alle Kreaturen entfernt! Was definitiv nichts mit den 80.000 im Stadion zu tun hatte - die waren prima drauf! Was mich so irritiert ist auch nicht, dass es Idioten gibt, sondern eher, warum ich gerade so ein Problem damit habe. Das geht direkt ins Zornzentrum und da war ich wirklich schon mal entspannter! Aber ich weiß auch, für irgendetwas wird es gut sein, irgendeine Lehre werde ich daraus ziehen können, das ist immer so. Aushalten und reflektieren ist da angesagt! Und das soll hier auch nicht zum Jammerblog verkommen, versprochen! Also schaut, was ich Nettes mitgebracht habe:


Ein neuer Schal - laut Fan-Shop-Frau der "Klopp-Schal", die Kreditkarte des Stadions - der "Stadiondeckel" und zwei Getränkebecher für´s nächste Mal. Die Henkel der Becher kann man übrigens in eine Lücke im Vordersitz einhängen, wirklich gut durchdacht! Und meine Zugsocke ist schon bis zur Ferse gewachsen.
Habt noch einen schönen Sonntag-Abend und bis bald!

Freitag, 2. November 2012

Strickfutter

Morgen im Zug werden mich diese hübschen Socken (ja, ich weiß, das sind noch keine!) begleiten.
Endlich mal wieder Socken für mich - hast Du gehört liebe Tochter! Ich hab sie heute schon mal angeschlagen, um zu schauen, wie die Wolle mustert. Wirklich hübsch, wie ich finde!


Anleitung: einfache Stinos, 3 Masche rechts, 1 Masche links
Wolle: "Trekking XXL" von Atelier Zitron, Farbe 307
Nadeln: "Cubics" von Knit Pro, Stärke 2,5

So, gute Nacht dann! Heute gehe ich mal früher  ins Bett. Der Zug geht um kurz nach 7 Uhr.
Wo ich hinfahre? Na ratet mal!  :-) Herr WollTraum ist natürlich auch mit von der Partie!

Donnerstag, 1. November 2012

Assoziation 2012 : Schwäche


 "Die größte Schwäche ist zu fürchten, schwach zu erscheinen."
 Jacques Bénigne Bossuet

Schwäche ist ein Begriff, zu dem ich mir sehr oft Gedanken mache. Eigentlich denke ich immer, dass ich gut zu meinen Schwächen stehen kann. Es gibt eben Dinge, die ich nicht kann, na und? Vielleicht habe ich da ein Problem mit meiner Selbstwahrnehmung!? Denn was mich  wahnsinnig macht, ist Schwäche bei Anderen. Nicht, dass jemand mal nicht so kann, wie er will. Sondern die Schwäche, die zur Lebenseinstellung geworden ist. Ich kann sie nicht ertragen, diese an sich und dem Leben leidenden Menschen, die das wie auf einem Schild vor sich her tragen: "Schau her, ich bin arm dran, ich bin hilflos, bemitleide mich!". Ich möchte sie packen und schütteln und anschreien: "Mach doch! Tu was! Es ist dein Leben! Hör auf zu nerven!". Da ich das nicht kann, meide ich den Kontakt, gehe aus dem Weg. Und stoße auf Unverständnis, dass ich kein Mitleid habe, kein Verständnis, keine Toleranz. Weil sie ja alle ein Schicksal haben, einen Grund, warum sie so sind. Nett sind sie auch alle, furchtbar nett sogar. Aber mir nimmt es die Luft, als würden sie unsichtbar meine Energie, meine Lebenskraft anzapfen. Damit ich so werde, wie sie - schwach!
Ein wenig fürchte ich mich davor, das hier zu schreiben. Aber es ist mir wichtiger authentisch zu sein, als nett! Also dann :-)
Assoziation 2012 ist eine Idee von Kirstin von der Krümelmonster AG. Mehr zum Thema Schwäche findet ihr hier.