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Dienstag, 14. Juni 2011

Verantwortung

Unsere vorübergehende Frauen-WG hat den Abflug der Männer heute Mittag im Buonissimo, einem Bio-Italiener "begangen". Nein, gefeiert haben wir nicht, aber wir lassen es uns eben auch gut gehen. 
Seit einiger Zeit gehen mir sehr viele Gedanken durch den Kopf. Das hängt mit Ereignissen, wie Fukushima oder den Aufständen in Nordafrika zusammen. Und der Frage nach meiner/unserer Verantwortung und in welchem Umfang ich dieser Verantwortung gerecht werden kann. Auslöser war dieser Aufkleber, den ich auf dem Kirchentag gekauft habe.


Er liegt immer noch zuhause bei mir, weil ich mir wie eine Lügnerin vorkäme, wenn ich ihn auf unser Auto kleben würde. Denn wir beziehen unseren Strom von den Aschaffenburger Stadtwerken und es ist die normale Mischung, zu der auch ca. 30 % Atomstrom gehören. Man kann allerdings auch reinen Naturstrom beziehen, das ist aber um einiges teurer. Schön ist es aber auch, wenn man genügend Geld hat, um nach London zu fliegen, oder in den Urlaub zu fahren. Also bleibt der Aufkleber erst einmal liegen. Wir werden es demnächst mal genau durchrechnen und durchdiskutieren!
Als Jugendliche war ich eine ziemliche Öko-Aktivistin. Habe nachts Bäume, die für die Ringstraße gefällt werden sollten mit weißen Kreuzen angemalt. (Das ist hoffentlich verjährt!) Heute fahre ich sehr gerne über die besagte Ringstraße und kann es kaum erwarten, bis der letzte Abschnitt fertiggestellt ist. Allerdings gab es damals auch noch nicht so viele Autos, ich glaube heute wäre Aschaffenburg ohne Ringstraße vollkommen überlastet. Die Frage ist aber, sind wir heute nach einer, wie ich es empfunden habe, langen Zeit ohne spürbaren Widerstand gegen Missstände wieder so weit, für die Dinge, die uns wichtig sind aufzustehen? Nordafrika, Stuttgart 21 und neuerdings die Abstimmung in Italien lassen mich hoffen. Aber wann stehe ich mal wieder auf? Montags, wenn auch hier in Aschaffenburg eine Demo gegen Atomkraft ist, habe ich Stricktreff. Als die Demo am 28.Mai in Frankfurt war, gab es Geburtstagskaffee für meinen Sohn. Klingt irgendwie alles nach Ausreden, oder? Es darf nicht zu teuer sein, es muss zeitlich passen..... 
Mein kleiner Anfang geht vorerst über das Internet. Ich informiere mich über die Seiten von campact, ausgestrahlt, Foodwatch und Avaaz und nehme an Unterschriftenaktionen teil. Und fühle mich dabei wie ein Alibi-Gutmensch. Aber so ist es eben im Moment, es kann sich ja verändern. Ich möchte das auch meinen Kindern ein wenig vorleben, Verantwortung in allen Lebensbereichen zu übernehmen.
Was denkt Ihr und was tut Ihr?

1 Kommentar:

  1. Besser ein Alibi-Gutmensch, als gleichgültig zuzusehen, Verantwortung in allen Lebensbereichen gegen Gleichgültigkeit und Hilflosigkeit, das ist doch schon ein großer Schritt....
    Liefs Anett

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